Pädagogisches Konzept

Konzept

Grundlage des pädagogischen Konzeptes der Landbauforschungsgesellschaft mbH ist das christlich-anthroposophische Menschenbild Rudolf Steiners.
Die biologisch-dynamische Landwirtschaft mit ihrer Urproduktion, der Verarbeitung und Vermarktung ihrer Produkte und dem Landschaftsschutz einerseits, sowie Handwerk und Imkerei andererseits, bieten Menschen unterschiedlichen Geschlechts, Alters, Herkunft, Religion und Behinderung eine Heimat und sinnerfüllende Tätigkeit um eine Sozialstruktur zu leben, die stabilisierend und gesundend wirkt.
Das selbstverständliche Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung auf der Grundlage des gemeinsamen Tätigseins bewirkt eine Bindungsbeziehung entsprechend dem Inklusionsgedanken.

Das Zusammenleben wird durch gesunde, vielfältige Nahrung, welche zum großen Teil selbst hergestellt wird, durch familiär und privat gestalteten gemeinsamen Wohnraum, durch einen ausgewogenen Rhythmus über den Tag, die Woche und das Jahr, der sowohl gemeinsame Elemente aller Mitglieder der Gemeinschaft (Wochenkreis, Jahresfeste, Geburtstage usw.) beinhaltet, durch gezielte Einzeleinheiten (Gespräch, Spaziergang, Einkaufen, Besuche usw.) sowie durch bewusst gesetzte Pausen und Entspannungszeiten gestaltet.

Im Einzelnen bedeutet dies:

  • Der Mensch mit Behinderung ist in alle Bezüge der Gemeinschaft einbezogen. Er erlebt sich als Gemeinschaftswesen, kann dort soziale Fähigkeiten üben und festigen, seine Tätigkeit als hilfreich für die Tätigkeit anderer Menschen mit und ohne Behinderung erleben, durch die Menschen um sich herum Sicherheit und Akzeptanz erfahren.
  • Der Mensch mit Behinderung lebt in kleineren oder größeren direkten Bezugsgruppen innerhalb der Gemeinschaft. Sowohl im Wohnbereich, bei den Mahlzeiten wie auch in den verschiedenen Tätigkeitsbereichen ist die kleinere Anzahl an Menschen hilfreich, um sich in Gesprächen und Interaktionen als soziales Wesen zu erleben, überschaubare Abläufe und Bezüge selber mitgestalten zu können. Durch das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung entsteht Gleichwertigkeit und Normalität.
  • Der Mensch mit Behinderung wird in seinen ganz individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten als Einzelperson wahrgenommen. Der persönliche Wohnraum und dessen Gestaltung, die Wünsche und Möglichkeiten, Tätigkeiten in den verschiedenen Bereichen nachzugehen, die Entwicklung eines auf den einzelnen Menschen mit Behinderung ausgearbeiteten Therapieplans und die notwendige Hilfe und/oder Begleitung zu diesen Therapien, personenbezogenes Krisenmanagement, Pflege der religiösen Bedürfnisse oder der Lust, an Vereinen oder Veranstaltungen teilzunehmen und nicht zuletzt die ständige Pflege der Beziehung zu dem Menschen mit Behinderung.

Ziel der pädagogischen Arbeit auf dem Buschberghof und in Mühlenrade ist ein personenzentrierter Ansatz, der Menschen mit sehr unterschiedlichen Behinderungen in ihrer Besonderheit und Individualität wahrnimmt und fördert, ihre Sozialkompetenzen stärkt und erweitert, ihre praktischen Fähigkeiten durch vielfältige und sinnerfüllte Tätigkeiten ausbaut und Eigenständigkeit und Selbstvertrauen ermöglicht. Die Unterschiedlichkeit der Behinderung ermöglicht ein Geflecht aus Kompetenzen, jeder bringt etwas ein, mit dem er der Gemeinschaft helfen kann.
Ein gruppendynamischer Prozess der gegenseitigen Stärkung durch Akzeptanz, das Anerkennen der Defizite und Störungen des Anderen und damit auch der eigenen, schaffen Vertrauen, stärken das Selbstbild und bilden lebendige Gemeinschaft.
Das pädagogische Konzept beinhaltet Beheimatung, Gleichwürdigkeit, Anerkennung, sinnhafte Tätigkeit und gelebte Inklusion.